Chancen nutzen, Rhen weiterentwickeln!

Das Wagenhuber-Gelände ist die vielleicht hässlichste Industriebrache, die Henstedt-Ulzburg derzeit zu “bieten” hat und wahrlich keine Zierde für unsere Gemeinde, weder für die “Gemeinde im Grünen” noch für die “Dynamische Gemeinde in der Metropolregion” und auch nicht für “Die grüne Gemeinde in Südholstein in der Metropolregion Hamburg”. Deshalb freuen wir uns darüber, dass die Eigentümer die Initiative ergriffen haben, dies zu ändern.

Man möchte fast meinen, jede Veränderung kann da nur eine Veränderung zum Besseren sein. Stillstand ist keineswegs immer “nachhaltig”, schon gar nicht beim Wagenhuber-Gelände.

Insofern darf und soll der Eigentümer sehr wohl eigene Vorstellungen präsentieren, aber wir müssen die Folgewirkungen auf die Gemeinde und den Gemeindehaushalt unbedingt beachten.

Die Bebauungsplanung gemäß der ersten Zeichnungen und Planungen lässt aber viele Fragen aufkommen. Bei einer größeren Zahl an Neubürgern (wie das geplante Hochhaus vermuten lässt) hat dies für den Rhen dramatische Folgen:

1. Verkehrssituation. Schon heute ist die Kreuzung Norderstedter Straße/Schleswig-Holstein Straße ein großes Ärgernis. Hier würde vermutlich ein Kreisel oder großzügige Abbiegespuren sowie ein Ausbau der Norderstedter Straße zwischen SH-Straße und Wilstedter Straße eine deutliche Erleichterung schaffen.
2. Kapazitäten der Schulen und Kitas
3. Einkaufsmöglichkeiten sind auf dem Rhen eher gering
4. ÖPNV-Anbindung ist mangelhaft

ÖPNV und Einkaufsmöglichkeiten sind aber heute bereits unterdurchschnittlich – hier kann jeder selber entscheiden, ob dies für ihn bei einem Zuzug wichtig ist oder nicht. Eine auf Attraktivität bedachte Gemeinde wird sich hier jedoch dennoch engagieren wollen.

Die Verkehrs- und Schul-/Kita-Infrastruktur müsste jedoch in jedem Fall angepasst werden – und das kostet viel Geld. Gleichzeitig sind dies aber auch Chancen, das Verkehrsproblem Norderstedter Straße / Schleswig-Holstein-Straße zu lösen.

Die Politik muss zusätzlich auch aufpassen, dass keine sozialen Brennpunkte entstehen. Das droht jedoch bei Hochhäusern ohne entsprechende begleitende Infrastruktur. Unsere Präferenz sind daher deutlich kleinere Einheiten, die zur existierenden Bebauung passen, und das bei einer gleichzeitigen Lösung des Rhener Verkehrsproblems.

Wir wollen, dass die Gemeinde die Chancen begreift, die sich aus der Wagenhuber-Initiative ergeben und nicht abwehrend die Hände hebt, sondern ein solches Projekt positiv begleitet. Positiv heißt hier – ganz wichtig! – nicht im Sinne einer Investorenhörigkeit (die SPD und CDU beim CCU leider zu oft an den Tag gelegt haben), sondern im Sinne konstruktiven und damit auch zügigen Mitarbeitens.

Die von der SPD geforderte “Tüchtigkeitsprüfung für die Anbindung der Norderstedter Straße” ist z.B. so ein Bremser. Jeder, der dort regelmäßig vorbeifährt, weiß, dass hier keine Kapazitätsreserven bestehen. Dazu benötigt man kein teures Gutachten eines Ingenieurbüros.

Die FDP sieht durch dieses Projekt die Möglichkeit, die Infrastruktur auf dem Rhen deutlich fortzuentwickeln und den Schandfleck Wagenhuber-Gelände zu beseitigen.