„Weil Politik und Verwaltung nicht mit Geld umgehen können, sollen die Bürger bluten“ – die FDP lehnt die von Bürgermeister Bauer und der CDU geforderten neuen Steuererhöhungen strikt ab. Dies erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Klaus-Peter Eberhard. „Die Taschen der Bürger sind doch kein Selbstbedienungsladen für Politik und Verwaltung,“ so Eberhard.

Auch Stephan Holowaty, FDP-Vertreter im Umwelt- und Planungsausschuss und Direktkandidat für die Landtagswahl im kommenden Jahr, sieht dies so: „Es fehlt der Gemeinde nicht an Geld. Wir haben seit Jahren Rekordsteuereinnahmen. Die Mehrheit im Gemeinderat hat trotzdem erst vor 2 Jahren eine kräftige Steuererhöhung beschlossen.“

Die Einnahmesituation der Gemeinde wird sich im kommenden Jahr auch ohne Steuererhöhungen weiter drastisch verbessern. Es werden nicht nur mehr Steuereinnahmen erwartet, auch die zu erwartende Senkung der Kreisumlage wird zusätzliches Geld in die Kasse der Gemeinde spülen.

Scharf kritisiert die FDP auch die Aussage der CDU, einer Gewerbesteuererhöhung zustimmen zu wollen. „Die Begründung, diese Gelder für ‚bezahlbaren Wohnraum‘ einzusetzen, ist völlig an den Haaren herbeigezogen“, so die FDP. „Investoren in Henstedt-Ulzburg stehen Schlange, um Wohnprojekte, auch für günstigen Wohnraum, umzusetzen. Die brauchen kein Geld, die brauchen Baugebiete und Bebauungspläne,“ so Stephan Holowaty. „Wir haben doch ganz andere Probleme: die Mehrheit der Bürger lehnt neue Wohngebiete ab, B-Pläne werden von der Politik verzögert und blockiert, die Verwaltung arbeitet sie warum auch immer nicht zügig ab. Wir machen keine Wege frei, sondern die anderen Parteien und Wählervereinigungen verhindern mit immer neuen Auflagen und Veränderungssperren. Solange das so weitergeht, werden auch die Mieten und Wohnkosten in Henstedt-Ulzburg weiter steigen.“

Die FDP verweist hierzu auch auf die neuesten Bevölkerungszahlen. „Zwar steigt die Bevölkerungszahl insgesamt, aber gerade junge Menschen verlassen die Gemeinde. Das liegt wohl daran, dass junge Berufstätige keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden. Diese Menschen brauchen aber keine Sozialwohnungen, sondern schlicht ein ausreichendes Angebot an attraktiven, günstigen Wohnungen, die sich junge Menschen und junge Familien durch ihre Arbeit leisten können.“