Stellungnahme der FDP Henstedt-Ulzburg: Wieso soll jemand politisch neutral sein nur weil er nicht bezahlt wird?

Von vielen wird “politische Neutralität” des ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten gefordert. Aber warum? Ehrenamt bedeutet, dass die Personen nicht bezahlt werden.
Wieso soll jemand politisch neutral sein nur weil er nicht bezahlt wird?

Ist unsere Behindertenbeauftragte politisch neutral wenn es um Angelegenheiten geht die Behinderte betreffen?
Ist unsere Frauenbeauftragte politisch neutral? NEIN. Sie kämpfen für die Rechte von Behinderten bzw. für die Gleichstellung der Frauen. Und Beide sind da zweifellos NICHT politisch neutral!

Wir erwarten also von der Behindertenbeauftragten und Frauenbeauftragten, dass sie sich politisch für die Behinderten bzw. Frauen einsetzen.

Also müssen wir doch auch vom Naturschutzbeauftragten erwarten, dass er sich für den Naturschutz einsetzt.

Nun ist es ja durchaus möglich, dass Herr Engelbrecht zu einer anderen Bewertung als die Bürgerinitiative kommt, was denn ökologisch wertvoll ist.

Ich kann und will nicht beurteilen, welcher Naturexperte Recht hat, aber eines ist für mich völllig klar. Der Bürgerentscheid ist ein demokratischer Prozess. Und alle geben ihre Meinung dazu ab.
Die Entlassung eines ehrenamtlich Tätigen zu fordern weil der seine Meinung als Naturschutzbeauftragter veröffentlichen lässt ist völlig falsch.

Liebe Mitglieder der Bürgerinitiative, liebe Mitglieder der Gemeindevertretung, gewöhnen sie sich daran, dass in politischen Prozessen Menschen ihre Meinung sagen, und die kann sich komplett von Ihrer unterscheiden. Sie sollten in so einem Fall nicht danach rufen den Mann mundtot zu machen. Halten Sie es lieber mit Voltaire, der gesagt hat: “Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

Klaus-Peter Eberhard
Fraktionsvorsitzender FDP Henstedt-Ulzburg