Das renommierte Alstergymnasium in Henstedt-Ulzburg soll neu gebaut werden.

Diesen Grundsatzbeschluß haben der Bau- und Planungsausschuß und der Ausschuß für Bildung, Kultur, Jugend und Sport in ihrer gemeinsamen Sitzung am 18.11.2019 mit großen Mehrheiten getroffen. Die Fraktionen von FDP, SPD, BfB und Bündnis90/GRÜNE stimmten dem Neubau zu, die Vertreter von CDU und WHU stimmten teilweise dagegen, teilweise enthielten sie sich der Stimme.

Am Ende der teils sehr aufgebrachten Debatte steht fest: Es wird keine „Minimalsanierung“ des Alstergymnasium|s geben, sondern die Verwaltung wird nunmehr den Neubau planen und zunächst die nächsten Meilensteine und Entscheidungspunkte definieren.

„Damit setzt sich am Ende unsere Forderung von 2014 durch“, so Stephan Holowaty, FDP-Vertreter und Vorsitzender im Planungs- und Bauausschuß. Bereits 2014 hatte er bei der Diskussion um eine Fassadensanierung des Alstergymnasium|s festgestellt: „Das Alstergymnasium ist kein Sanierungsfall, sondern eine Bauruine„. (Norderstedter Zeitung, 8.1.2014). Damals hatte dies noch heftigen Widerspruch und Kritik aller anderen Fraktionen ausgelöst.

Nach mehr als 5 Jahren Diskussion und vielen Arbeitskreissitzungen ist nunmehr aber eine breite Mehrheit in den Fraktionen davon überzeugt, dass ein Neubau für das renommierte Alstergymnasium tatsächlich die beste Lösung ist – wirtschaftlich genauso wie pädagogisch.

„Nur in einem Neubau können energetische Massnahmen, Lärm- und Brandschutz, Barrierefreiheit und modernste pädagogische Konzepte vollständig realisiert werden,“ erläutert Stephan Holowaty. „Eine Sanierung kann das alles nicht umsetzen. Mehr noch: eine Sanierung hat große Risiken durch immer noch verbauten Asbest und eventuell zusätzlich erforderliche Bauanträge, die das gesamte Sanierungskonzept in Frage gestellt hätten.“

Eine Sanierung würde 25 Millionen Euro gekostet, mit erheblichen zusätzlichen Risiken. Die Lebensdauer des Alstergymnasium|s wäre damit um ungefähr 8 Jahre verlängert worden. Das Risiko für erhebliche Mehrkosten wird als sehr hoch eingeschätzt.

Ein Neubau kostet rund 55 Millionen Euro, die voraussichtliche Nutzungsdauer eines Neubaus wird bei 80 Jahren kalkuliert.

Das aus den 70er Jahren stammende Alstergymnasium wurde nach dem damaligen sogenannten „Kasseler Modell“ gebaut. Schulen nach diesem Modell stehen bundesweit wegen vielfältiger Baumängel in der Kritik. Zuletzt hat Norderstedt beschlossen, das nach diesem Prinzip gebaute Schulzentrum Süd ebenfalls abzureissen und neu zu bauen. Das Bildungsministerium in Schleswig-Holstein hat zudem nach einem Fall in Reinbek vor potentiellen Asbest-Gefahren gewarnt und kurzfristige Überprüfungen gefordert. Diese Überprüfung wurde im Alstergymnasium in den Herbstferien vorgenommen. Demnach bestehen am Alstergymasium kurzfristig zwar keine Bedenken, bei einer weiteren Alterung entstehen jedoch neue Sanierungsrisiken.

Fun Fact: Am Ende der Sitzung bedankte sich SPD-Gemeindevertreterin Patricia Giuffrida für die Gelegenheit, einmal an einer Sitzung des Planungs- und Bauausschußes teilnehmen zu können. Sie hoffe jedoch, dass sich dies nicht zu oft wiederholen werde … #Vergnügungssteuerpflicht