„Frau Honerlah von der WHU, Herr Pütz von der Bürgerinitiative und alle die behaupten, das finanzielle Risiko gäbe es nicht, ich lade Sie herzlich dazu ein, die Haftung für die Summe zu übernehmen.“

Erklärung des Fraktionsvorsitzenden der FDP Henstedt Ulzburg, Klaus-Peter Eberhard, zum Bürgerentscheid zur Bebauung der Pinnauwiesen:

„Es ist eben dann doch nicht alles so einfach, wie die Bürgerinitiative sich das vorstellt. Es gibt eben noch mehr  Dinge, die neben dem Naturschutz bedacht werden müssen.
Henstedt-Ulzburg hat gesellschaftliche Probleme, insbesondere den demografischen Wandel. Um diese Entwicklung abzumildern brauchen wir den Zuzug von jungen Familien. Diese brauchen bezahlbaren Wohnraum.
Wir verspüren den Druck auch aus anderen Teilen des Kreises und des Landes, dass Menschen weg vom Land und hin zu den Zentren ziehen wollen. Dort wo die Versorgung funktioniert. Sei es mit Dingen des täglichen Bedarfs oder mit Ärzten und Apotheken. Diese Menschen brauchen bezahlbaren Wohnraum.
Wir werden weiterhin viele Flüchtlinge aufnehmen müssen. Dafür mietet und kauft die Gemeinde günstigen Wohnraum in Henstedt-Ulzburg und steht somit in direkter Konkurrenz zum Bürger und treibt so bei knappem Wohnraum die Preise hoch.
Die Forderung der Bürgerinitiative, nicht mehr der Nachfrage entsprechend zu bauen, wird für ein weiteres schnelles Steigen der Preise des vorhandenen Wohnraumes in Henstedt-Ulzburg führen. Bezahlbarer Wohnraum ist in Henstedt-Ulzburg schon jetzt Mangelware.
Durch die steigenden Preise bauen die Bürgerinitiative eine Mauer um Henstedt-Ulzburg. Ist das wirklich der Weg, den wir einschlagen wollen?
Wenn jemand in unserer Gemeinde etwas bewegen will, nennt die Bürgerinitiative ihn einen profitgierigen Investoren. Das gilt für den Kronskamp, wie jetzt auch für die Pinnausiedlung.
Henstedt-Ulzburg ist ein toller Ort und meine Familie und ich leben gerne hier. Aber wir müssen uns genau überlegen, wem gehört H-U? Denen die hier schon wohnen, oder auch denen, die zu uns wollen? Und bevor Sie das beantworten, fragen Sie sich, ob Sie heute hier wären, wenn so eine Frage schon früher gestellt worden wäre.
In einem Leserbrief der H-U Nachrichten schrieb Herr Meissner von der Bürgerinitiative:
Politiker die Investoren unterstützen wären „Bierkrugpolitiker, die ihr Ding am Stammtisch oder in Hinterzimmern durchziehen.“
Ich kann Ihnen versichern , die FDP H-U steht für Transparenz und ein hohes Maß an Öffentlichkeit. Deshalb hat die FDP auch durchgesetzt, dass die Anhörung der Rechtsanwältin im letzten Umwelt+Planungsausschuss größtenteils öffentlich gewesen ist. Wir wollten, dass die Bürger die Möglichkeit haben, sich direkt, umfassend zu informieren.
Nach meiner Auffassung lassen sich die Aussagen der Gutachterin sehr unterschiedlich interpretieren. Zur Änderung des Bebauungsplanes benötigen wir eine gerichtsfeste, städtebauliche Begründung. Ob ein Gericht uns eine solche Änderung glaubt, nachdem wir uns diese nach einem Bürgerentscheid ausdenken, bezweifeln wir als FDP ganz stark.
Für mich als Kaufmann und Bürger dieser Gemeinde steht das mögliche Risiko von 2 Millionen Euro für Schadensersatz, Rechtsanwalts- und Gerichtskosten in keinem Verhältnis zu dem möglichen Gewinn, wenn man es denn einen Gewinn nennen möchte, einer geringeren Bebauung. Wenn wir den Prozess verlieren, dann heißt das auf Jahre, sparsamste Ausstattung in den Kitas, den Schulen und dem Sportverein. Wir könnten davon für jeden Schüler in H-U einen Computer kaufen und endlich die Schulen und Kitas modern ausstatten. Aber leider können wir dies alles nicht, weil die Gemeinde hohe Schulden hat und schon jetzt überall sparen muss.
Frau Honerlah von der WHU, Herr Pütz von der Bürgerinitiative und alle die behaupten, das finanzielle Risiko gäbe es nicht, ich lade Sie herzlich dazu ein, die Haftung für die Summe zu übernehmen. Vielleicht teilen Sie sich den Betrag, dann fällt es nicht ganz so schwer. Aber das finanzielle Risiko, das Sie von uns allen verlangen um die Bebauung zu verringern ist unverantwortlich.
Die FDP steht für den Naturschutz und wirtschaftliche Vernunft. Lassen Sie uns deshalb den Flächenverbrauch an den Rändern der Gemeinde gering halten und Wohngebiete an die Hauptstraßen und ÖPNV Stationen bauen.
Auf Deutschland und Henstedt-Ulzburg werden in den nächsten Jahren viele Veränderungen zukommen.
Henstedt-Ulzburg sollte nicht für den Protest zu jeder Veränderung stehen sondern als eine Gemeinde mit Zuversicht auf Neues und Unbekanntes.

Ich bitte die Bürger in Henstedt-Ulzburg: Stimmen Sie mit NEIN beim Bürgerentscheid.