Die wichtigste Frage, die sich viele Bürger offenbar stellen, ist: wieso überhaupt Innenentwicklung und Innenverdichtung?

„Da gibt es noch Luft nach oben“, so Stephan Holowaty, FDP-Vertreter im Umwelt- und Planungsausschuss, zu den Erläuterungen der Verwaltung und Politik auf der Bürgerversammlung zur Innenentwicklung in Henstedt-Ulzburg.

Der Verweis auf gesetzliche Vorschriften sowie die Landesplanung alleine reiche hier nicht aus. Oftmals stellen sich die Bürger nämlich die Frage, warum überhaupt neuer Wohnraum gebaut werden müsse.

„Dabei gibt es drei klare Trends beim Wohnen,  die zeigen: wir brauchen neue, moderne und auch deutlich mehr Wohnungen“, so Stephan Holowaty.

Die drei bereits seit längerem bestehenden Wohntrends für Henstedt-Ulzburg sind:

  1. Die Bevölkerungszahl in Henstedt-Ulzburg steigt: Menschen wollen sowohl „raus aus Hamburg“ als auch „weg vom Land“ und ziehen daher in das gut erschlossene Umland wie Henstedt-Ulzburg. Mehr Bevölkerung bedeutet aber auch mehr Wohnraumbedarf.
  2. Die Größe der Haushalte sinkt. War noch vor 2 Jahrzehnten die vierköpfige Familie der Regelfall, so gibt es heute erheblich mehr Single- und 2-Personen-Haushalte.  Dies wird so weitergehen: sowohl junge als auch alte Menschen werden zunehmend in immer kleineren Haushalten wohnen wollen oder müssen – sei es die alleinerziehende Mutter oder ältere Bürger, deren Lebenspartner verstorben ist. Damit erhöht sich der Bedarf an der Anzahl der Wohnungen, aber auch der Anspruch an die Wohnung hinsichtlich z.B. zentraler Lage und altersgerechter Ausstattung.
  3. Die Menschen wohnen anspruchsvoller. Im Gegensatz zu vor 20 Jahren sind Wohnungen mit 30 qm heute praktisch nicht mehr vermietbar – auch nicht an einkommensschwache Haushalte. Auch Singles wollen heute auf 50 oder gar 80 qm wohnen.  Das führt zusätzlich zu einem höheren Bedarf an Wohnfläche.

Mehr Menschen + kleinere Haushalte + größerer Flächenbedarf pro Wohnung führt zu einem starken Mehrbedarf sowohl an der Anzahl der Wohnungen als auch an der dafür erforderlichen Fläche.

Darauf kann man reagieren, entweder

  • Indem man in die Höhe baut, oder
  • Indem man neue Flächen zu Wohngebieten umwandelt und bebaut

Die Politik kann dies nur begrenzt beeinflussen. „Wir reden hier von einem Planungszeitraum von 15-20 Jahren,“ so Stephan Holowaty.

Niemand kann den Menschen vorschreiben, dass sie auch mit kleinen Wohnungen zufrieden sein müssen, oder dass sie erst als 4-köpfige Familie überhaupt eine eigene Wohnung bekommen.

Selbst wenn Henstedt-Ulzburg „die Schranke herunterlassen“ und Neubürger abweisen würde, ändert das den Bedarf an neuen Wohnflächen nur wenig.

Die Folgen dabei wären jedoch fatal: ein „Zuwanderungs-Stop“ führt zu einer schnell beschleunigten Vergreisung der Bevölkerung und dazu, dass zum Beispiel in kürzester Zeit Schulen und Kitas geschlossen werden müssten und massive Steuerausfälle zu erwarten seien. Dazu kommt, dass Henstedt-Ulzburg für Unternehmen als Standort unattraktiv werden würde: „Qualifizierte Mitarbeiter vor Ort finden zu können, das ist vielen, gerade mittelständischen Unternehmen sehr wichtig,“ so die FDP.

Wer also auf einen Zuwanderungsstop und gleichbleibende Bevölkerungszahlen setzt, der fordert einen nachhaltigen Niedergang des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens in Henstedt-Ulzburg.  „Die Bevölkerungsstruktur muss stimmen – Henstedt-Ulzburg darf nicht nur eine Gemeinde der Altersheime sein, sondern muss ein lebendiges Miteinander von jung und alt ermöglichen und Chancen für alle Generationen bieten. Die FDP will ein lebendiges kulturelles und wirtschaftliches Leben in unserer Gemeinde, und genauso deutlich mehr als nur Grundversorgungs-Angebote“.

Daher, so Stephan Holowaty, ist die angestrebte Innenentwicklung und Innenverdichtung schlicht die Auswirkung des realen demografischen Wandels.

„Wir sehen“, so Holowaty, „bereits in vielen Ort im Osten des Kreises Segeberg oder in Mecklenburg-Vorpommern die katastrophalen Auswirkungen solcher Entwicklungen – die Dörfer und Städte veröden. Das will die FDP in Henstedt-Ulzburg ganz sicher verhindern.“