Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen in Henstedt-Ulzburg,

Die FDP empfiehlt Ihnen, beim Bürgerentscheid zum „Bebauungsplan 96“ mit NEIN zu stimmen.

Dies sind die wichtigsten Gründe:

  1. Henstedt-Ulzburg braucht mehr Wohnraum. Klarer Trend: Die Menschen wollen neuere, modernere und pro Person größere Wohnungen. Dafür ist das geplante Baugebiet bestens geeignet. Es soll ein Mix aus verschiedenen Wohnformen mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Genug bedarfsgerechter Wohnraum ist die beste Wohnkostenbremse.
  2. Konsensplanung – Extras für die Gemeinde: Die von CDU, FDP und SPD mit dem Grundeigentümer gemeinsam entwickelte und beschlossene Konsensplanung sieht u.a. einen neuen Kindergarten und eine Aufwertung des Radweges an der Hamburger Straße vor. Dies fällt gemäß der Planung der Bürgerinitiative weg.
  3. Wertvolle Naturräume und Naherholung bleiben erhalten: Die Pinnauniederung wird nach der Konsensplanung nicht bebaut, sondern durch neue Knicks langfristig gesichert. Die geplante Anlage von Knicks entfällt bei der Bürgerinitiative.
  4. Brombeerweg bleibt Wohnstraße: Der Bürgerentscheid erzwingt eine Erschließung über den Brombeerweg statt über eine eigene Zufahrt. Dies ist eine rücksichtslose Mehrbelastung der Anwohner des Brombeerwegs.
  5. Enteignung: Eine so deutliche Reduzierung der Bebauungsmöglichkeit könnte vor Gericht als Teil-Enteignung des Grundeigentümers gewertet werden. Die mögliche Folge: bis zu 1 Million Euro Schadensersatz – zu zahlen von der Gemeinde und damit von uns Bürgern.

Wir wundern uns sehr darüber, warum die Bürgerinitiative ihren Bürgerentscheid so gestaltet, daß gerade die Anwohner des Brombeerwegs gleich im mehrfachen Sinne „die Zeche zahlen“ sollen. Erstens werden sie von wesentlich mehr Verkehr belastet, zweitens gibt es keinen neuen Kindergarten und drittens sind sie als Bürger der Gemeinde an eventuell drohenden Entschädigungszahlungen über ihre Steuern beteiligt.

Auch geht es bei dem Wunsch der Bürgerinitiative im Grunde wohl gar nicht um die ökologisch nicht wirklich bedeutende Wiese des geplanten Baugebietes. Im Grunde geht es der Bürgerinitiative darum, daß sie jede Art des Wachstums in Henstedt-Ulzburg verhindern, behindern oder zumindest teurer machen will.

Der Druck auf den Wohnungsmarkt nimmt aber weiter zu: veränderte Wohnwünsche genauso wie immer mehr Menschen aus Hamburg wie auch aus vielen ländlichen Gebieten des Kreises, die nach Henstedt-Ulzburg ziehen wollen, und auch die weiter steigende Zuweisung von Kriegsflüchtlingen – all das führt zu mehr Nachfrage nach Wohnraum.

Deshalb nutzt diese „Das-Boot-ist-voll“-Mentalität niemandem. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass unser Ort auch entsprechend der Landesplanung auf einer Entwicklungsachse liegt: nur gezielter Wohnungsbau kann dafür sorgen, daß Mieten und Wohnkosten in unserem Ort nicht weiter in’s Unermessliche steigen.

Wer das nicht wahrhaben will, nimmt leider die Realitäten unserer Welt nicht zur Kenntnis.